Presse

31. 10. 2017

Türingen Allgemeine (Ursula Mielke)

Fülle von Klangfarben bei zwei Erstaufführungen der Staatskapelle Weimar

Die Staatskapelle Weimar versetzt Konzertbesucher mit Werken von Schtschedrin und Ravel in einen Hörrausch.

Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar Foto: Thomas Müller
Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar Foto: Thomas Müller

Dass der hierzulande weniger bekannte Rodion Schtschedrin seinen eigenen Weg als Pianist und Komponist geht und dabei vielfältige stilistische Eindrücke aufgreift, davon zeugte sein von der aus Belgrad stammenden Pianistin Anika Vavic ausgezeichnet interpretiertes Klavierkonzert. Der Grad an Authentizität war überaus hoch, denn die in Wien lebende Künstlerin erarbeitete den raffinierten Solopart gemeinsam mit dem Komponisten. Zarte Fayencen im Sinne spannungsvoller Chiffren eröffnen das Werk, getragen von einem dichten Streichersound. Und die präludierende, teils rhapsodisch wirkende Suche mündet durch gegenseitiges Animieren und Vitalisieren von Solist und Orchester ein in eine große Bewegung des gesamten Klangapparates. Bis hin zur sarkastisch wie schlitzohrig wirkenden Kadenz meistert Anika Vavic die enormen virtuosen Ansprüche ihres Parts.

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